Mythos Ironman - der Hawaii-Blog von Wolfram Verdianz (Start Nummer 378)

Liebe Sportsfreunde!
Erst einmal vielen Dank an euch, dass ihr mit so viel Anteilnahme dabei seid!

Aloha an Alle!!!
I have done it!
Viele an der Strecke haben zugerufen: "You make a great job".

Eure guten Wünsche haben mir über einige Krisen hinweggeholfen, denn es war nicht leicht.
Ich war gestern nach dem Zieleinlauf noch ein bisschen benommen und groggy wie selten nach einer Langdistanz.

Schwimmen (1:13) war gut. Hab viel Salz getankt.
Rad (5:40) weniger, den Erwartungen entsprechend. Viel Gegenwind und Hügel.
Wovor ich am meisten Angst hatte, das habe ich sehr gut gemeistert, nämlich das Fahren im
Bereich der starken Seitenböen. Der Tip von Heimo war Goldes wert: Schau dorthin wo du hinfahren
willst, und dass war nie der seitliche Graben. Bin mir vorgekommen wie ein Motorradfahrer in
Kurvenlage - man musste nur vorausdenken.
Temperatur am Tacho bis 37Grd.

Beim Laufen (4:17) waren meine Beine lange Zeit nur Teig.
Hatte nach 6 Meilen brennende Sohlen.
Zwischendurch ging es besser. Ganz schwer die lange Strecke am Queen K. Highway.
Du siehst weit voraus und es geht nichts weiter.

Die letzten 2 km ein Genuss: Alles Schwere fällt ab, ich geniesse, dass ich dabei sein durfte.

Meine Endzeit: 11:25 Std - bin zufrieden und glücklich dass ich es geschafft habe.

Vielen vielen Dank nocheinmal an alle für das Daumen drücken!!! Mahalo !!!!

Jetzt sind wir, ich und Margareta - sehr glücklich, dass alles gut gegangen ist und haben den
Tag mit einem üppigen Hotelfrühstück im Freien begrüsst.

LG Margareta und Wolfram


E-Mail 08.10.
Was soll ich sagen - Anspannung von früh morgens bis jetzt.
Hab ich alles, fehlt noch etwas, was wird auf der Strecke sein . . .
Alles noch einmal durchkontrollieren und die Wechsel durchspielen.
Ärger als bei meinem ersten IRONMAN, aber trotzdem schön diese Anspannung.

Kurzer Lauf in der Früh und dass war es für heute.

Gerade habe ich das Rad und die Säcke eingecheckt. Morgen früh darf man nur mehr zum Rad.
Die Wechselzone ist sehr weitläufig angelegt und der Einweiser namens Richy, sehr sehr höflich ,
ist mit mir den ganzen Ablauf durchgegangen.
Die ganze Anlage wimmelt nur so vor Helfern, alle in gelb, und kein Warten oder Anstellen heute.

Vor dem Schwimmstart habe ich ein bisschen Angst. Es ist eng in der Bucht. Werd mich sicher weiter
hinten anstellen. Patrik ist ja leider nicht da, der mich ein bisschen hinausziehen könnte.

Ich schicke den Streckenplan mit:
Kriterien sind ziemlich bekannt.
Es sind auch einige Hoehenmeter mit hineingepackt.
Ich denke wenn ich den Wind um Hawi überstanden habe, gibt es nur mehr einen Gegner
und das bin ich selbst.

Liebe Grüsse an alle! Wolfram und Margareta


E-Mail 7.Oktober
Gestern hab ich noch nach einem windunempfindlichen Vorderrad gesucht.
Dachte schon, es gibt nichts. Dann sehe ich auf der Expo: "Wheels to rent" - 1 Rad kosten 116 USD.
Hätte auch fast eines genommen, so verunsichert war ich nach unserer ersten Tour nach Hawi.
Einige Gespräche mit anderen Athleten und heute mit Greylinger Gernot geben mir die Sicherheit,
dass ich jetzt nichts mehr ändere.

Wettkampfbesprechung war gestern in Deutsch - auch interessant.
Heute war nur mehr angenehmes Schwimmen auf dem Plan und etwa 1 Stunde lockeres Radfahren.

Die Wetterprognose für den Raceday lautet wie folgt:
Kein Regen mehr (bis jetzt war es teilweise bewölkt) - Schönwetter !!
Ich denke es wird dass, was alle erwarten und was ich hier im Wetterkanal gesehen habe: Hitze und Wind! - So soll es ja sein!

Wie immer liebe Grüsse, Wolfram+Margaret


E-Mail 6.Oktober
Das Schwimmen am Morgen war heute entspannend.
Um 14:00 Uhr wird die Wettkampfbesprechung stattfinden.
Danach ist noch Radfahren angesagt, ein bisschen an die Hitze gewöhnen.

Was mir hier auffällt sind so einige Gegensätze:
Die "Touristen" sind sehr sportliche Erscheinungen (no na), aber es gibt viele Einheimische die irrsinnig übergewichtig sind. Das fällt einem auf den
Flughäfen auf und setzt sich überall hin fort.
Es scheint als wären die meisten Leute nicht eben reich, aber den ganzen Tag blubbern die Achtzylinder an die vorbei. Einer grösser als der Andere.
Jeder mit Automatik. (Ich glaube, mit nur 6 Zylindern bist du hier minderwertig). Erlaubt sind aber nur 15mph (Meilen in der Stunde, ca. 24kmh) im
Ortsgebiet. Sonst 25 - 30 mph auf Landstrassen, Autostrasse: 55mph.
An der Kreuzung gibt es nur Stoppschilder, wer zuerst kommt, fährt zuerst! Eine einfache Regel wie der Kreisverkehr, solange sich alle daran halten.
Das war es für heute, liebe Grüsse, MW


E-Mail 5. Oktober
Das Schwimmen am Morgen war schon bedeutend besser als am Tag davor. Man sieht öfters Fischschwärme, unter sich vorbeiziehen,
ganz so wie man es sich auf "Hawaii" vorstellt.
Eine Attraktion für die Schwimmer ist der Katamaran, wo man Kaffee und heute sogar auch saftige kleine Müsliriegel gereicht bekommt.

Ab 9:00 Uhr ging es zum Registrieren.
Wie es die Amis gerne mögen, war es in der Hotelhalle klimatisiert und kalt und wir durften mehrere Stationen durchlaufen.
Vorzubereiten war wieder das Formular mit den Personendaten. Erste Station Einzahlungscheck (Tagesgebühr), Stempel auf die Hand.
Dann auf die Waage: 150,6 lbs, das sind denke ich 68kg. Danach zur Station wo die Haftungsübernahme zu unterschreiben war, incl.
Belehrung versteht sich. (2 Seiten - leicht verständliches waren zu lesen, habs in 5 Sekunden gehabt), wieder die Daten abgeben.
Überhaupt ist das Englisch hier schon ein ziemliches Kauderwelsch, welches man nicht gleich versteht. Aber es glaubt wahrscheinlich
jeder hier, dass wir alle Amerikaner sind.
Dann zur Kuvert - Station: Endlich die Startnummer, den Chip usw. Weiter zum Empfang des Rucksacks und dann zur Chipkontrolle.
Die Leute sind unglaublich freundlich. Jeder fragt dich, wie es dir geht und wie der Tag so ist, wirklich reizend.

Ich betrachte meine Startnummer, welch ein Gefühl! Die Anspannung steigt.
Anschließend rasch zum,, Race Seminar,, welches von ,,Hannes Hawaii Tours,, veranstaltet wurde. Mit dabei unter anderen Sandra Wallenhorst,
Nicole Leder und Tomas Hellriegel. Es waren etliche gute Tipps dabei. Zum Beispiel wenn es in Hawi, (am anderen Ende der Radstrecke - betroffen
sind ca. 50 km ) starke Böen gibt - nicht aufrichten, sondern am Aufleger "verweilen"! Ich werde am Samstag meinen ganzen Mut brauchen . . .
Alles in Allem war es sehr interessant. HANNES versorgt seine Reiseteilnehmer sehr gut.

Mittagessen und danach Auflegerposition verbessern (damit ich mich besser verspannen kann) und eine kurze Radeinheit folgt als Nächstes.
Um 17,00 stand die Nationenparade auf dem Programm. Wie gesagt, leider ohne Profis. Leider hast du nirgends die Stars gesehen, die vielen
Zuseher haben aber trotzdem eine tolle Stimmung erzeugt.

Am Ende der Parade stand die Eröffnung der EXPO an. Überall kann man Renngeräte und Ausrüstung bewundern, die das Herz höher schlagen lassen.
Cervelo, Specialized, Scott, Trek und viele mehr stechen mir sofort ins Auge.


Wolfram - kurz vor dem Ziel

1:13 - 20. Platz / 5:40 15. Platz / 4:17 - 18. Platz

Letzter lockerer Lauf

Das Kaffeeboot ist mittlerweile ja ein Inn - Treffpunkt
der Schwimmer.
Heute war viel Verkehr im Wasser.
Auch relativ hohe Wellen, gut für das Feeling.


Das rotweissrote Armband von Heimo
gibt mir am Renntag die ganze Energie, die mir von euch allen herübergeschickt wird.
Das HANNES - Armband ist von HANNES Hawaii - Tours und bringt einige Vergünstigungen hier.


Schlaft gut (dzt. bei euch ja 23:25 Uhr)!
Die Stimmung in Kona ist gigantisch. Bis in den Abend hinein sind die Restaurants voll, die Leute machen von 5 Uhr früh bis am Abend Sport, und das
Leben pulsiert! Wenn man bedenkt, dass jetzt hier der Winter beginnt (dauert bis zum Sommer wieder 6 Monate). Ca. 25 Grad hat es hier im Winter, zur
Info. an all unsere Frauen! Jetzt liegt die Temperatur bei ca. 80 Grad Fahrenheit (Celsius weiss ich nicht, aber es ist warm), eigentlich das Wettkampfwetter
für Chris!
 

E-Mail 4.10 / Wir haben den Jet Lag zwar überwunden, aber jetzt steigt die Spannung! D.h. in der Nacht wachten wir heute trotzdem auf und blieben lange wach.
Die Wettergötter haben uns gestern ja einer harten Prüfung unterzogen. Beim Wendepunkt der Radstrecke in Hawi, wohin wir mit Bussen von Hannes Hawaii Tours gebracht wurden, hat es genau in dem Moment zu schütten begonnen, als wir alle aus den Bussen draussen waren. Im Rennoutfit, weil es in Hawaii normal ja heiss ist. So schnell wie gestern hab ich noch nie fast 150 Leute gleichzeitig wieder in den Bussen sitzen gesehen! Unser Busfahrer, vom Aussehen eines Seemannes, meinte trocken: Ich habe gedacht ihr seid Ironmänner!!!
Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei, und der Windgott lehrte uns das Fürchten. Hab so was noch nie erlebt. Die Hügel haben zum Teil recht starkes Gefälle. 50 - 60 kmh ohne treten! Mit Böen, dass das gane Rad geflattert hat, und mir die Nerven. Die Seitenlage war zeitweise so stark, dass ich den linken Fuss vom Pedal genommen habe und gebetet, dass es mich nicht umhaut. Ca. 25km waren so zu überstehen, dann ging es etwas besser.
Das geplante Auslaufen danach war hiermit gestrichen. Eine leichte Massage meiner Lady förderte auch meinen Mut wieder zu Tage. Die Zuversicht, dass am Samstag alles passen wird, ist wieder da.
Heute (4.10., wir sitzen gerade im Freien bei einem Kaffe - haben beim Mexikaner Pasta und Würziges gegessen)
8,00 Uhr: Ticket für Margareta für die Siegerehrung - 55 USD!!!
Danach: Einschwimmen - das erste Mal am Schwimmstart, gemischte Gefühle. Das Wasser ist wunderbar rein und blau. Viele Fische tummeln sich unter mir, aber es geht nicht viel weiter. Eigenartig, wenn du dich anstrengst und je nach Wellengang stehst du oder es geht wieder weiter. Ich werde jetzt jeden Morgen bis Donnerstag schwimmen, damit ich mich daran gewöhne.

Beruhigend:
Bei dem vielen Salzkonsum (a bisserl grausig) während des Schwimmens kann ich mir nicht vorstellen, dass beim Radfahren und Laufen ein Mangel besteht.
Am Pier (ist der Schwimmstart) hat Powerbar Getränke Stationen aufgebaut und jedem ist es möglich, Wasser und ISO zu trinken - super!!
Dasselbe ist auf der Laufstrecke nach 3 km. Die ganze Trainingswoche über kannst du dich da verpflegen.

Nach dem Schwimmen: 45min Laufen bei grosser Hitze (Sauna). Ging ganz gut. Puls um 10 Schläge höher als gewohnt. Wirklich wichtig, das Eingewöhnen des Kreislaufes diese Woche.
Liebe Gruesse an alle, Wolfram und Margareta


SMS 4.10 / Heute (gestern) war Radstrecken- Besichtigung mit ca. 150 anderen Athleten. Der Mukumuku war extrem stark und böig, Podersdorf zum Quadrat!! Viele Stürze und DNF´s. Ein Königreich für meine Marvic Elite! LG an alle. Wolfram
SMS 3.10 / Aloha, Ankunft gestern (vorgestern) 22.30 Uhr. Geschlaucht aber glücklich! Viele Athleten trainieren bereits um die Wette. Es ist sehr warm!
LG,
Wolfram